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Statement
Der am 14. Mai 1913 in Frankfurt am Main geborene Ingenieur und Maler Fritz Menz verstarb kurz nach seinem 92. Geburtstag am 9. Juni 2005 im Taunus. Er hat ein überaus großes Œuvre geschaffen. 1995 schrieb Jutta Weigel über Fritz Menz: Er „…zählt zu den brillantesten Aquarellisten der heutigen Zeit. Auch wenn ihm die künstlerische Ader geradezu in die Wiege gelegt worden war (seine Tante Konstanze war Schauspielerin, sein Onkel bekannter Kammersänger in Russland und sein Großvater der Bildhauer Friedrich Orth), riet ihm sein Vater, doch einen „anständigen Beruf“ zu erlernen. Zwischen Maschinenbau- und Kunstschule hin- und herpendelnd, wurde er dieser Forderung und der seines Herzens gerecht.
Als der Krieg kam, war’s zunächst aus mit der Malerei. Doch unmittelbar danach hielt sie ihn über Wasser - und seiner Frau verhalf eines seiner frühen Bilder schon zu einem Traumkleid nach der Währungsreform.
Den „anständigen Beruf“ übte Menz dann sehr erfolgreich in der Nachkriegszeit als Inhaber eines Ingenieurbüros für Licht- und Antriebstechnik aus. Seine hier gesammelten Erkenntnisse über das Verhalten und Verhältnis von Licht und Schatten finden sich in seiner so faszinierend farbnuancenreichen Palette seiner naturalistischen Malerei.
Nachdem er aus gesundheitlichen Gründen die Notbremse ziehen musste, tauschte er end-gültig Aktentasche gegen Pinsel und zog an den Gardasee. Nach vier Jahren kehrte er - reich an Eindrücken und Ausstellungserfahrungen - zurück. Unermüdlich arbeitet der stattliche Mann auch noch heute - im Sommer von fünf Uhr morgens an. Moderne Themen wie: die Nutzung alternativer Energien greift er auf, indem er das Spannungsverhältnis zwischen Windkraft und Gezeiten auf den Inseln Ostfrieslands studiert und in seiner Manier festhält. Russlands Geschichte bis heute - ein Bilderzyklus, der mit all seiner vor Augen geführten Mensch- und Unmenschlichkeit betroffen macht, gehört zu seinen jüngeren Werken. So auch die Folge über die Italiener in ihrem Spannungsverhältnis zwischen Tradition, Glauben und Aufklärung…
Fritz Menz war mit seinen Werken weltweit vertreten, seine Auszeichnungen sind von internationalem Rang. Eine aber gebührt ihm zusätzlich: für die Einrichtung des Künstlerstammtisches im Hintertaunus. Nach dem Motto „Vielleicht habe ich den Schlüssel für das Schloss, das du nicht öffnen kannst“ holte er kreative Men-schen vom Musiker über den Schauspieler bis zum Schriftsteller zum Erfahrungsaustausch zusammen. Die Leitung dieser Runde hat er inzwischen abgegeben. Doch das Haus des Ehepaares Menz bleibt eine Insel der Kunst und Menschlichkeit.“ Eine retrospektive Monografie zu Fritz Menz verfasste Axel-Alexander Ziese und wurde herausgegeben durch die Jean-Gebser-Akademie. Erschienen ist das Buch im Frühjahr 2006 bei der Leipziger Buchmesse.
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